Galvanik-Epilation
Text zum Thema
Eine schon vor hundert Jahren erfundene Methode, unerwünschte Haare zu entfernen, ist die Elektrolyse.
Einem amerikanischen Augenarzt ist es zu verdanken, dass man heute ein Verfahren kennt, bei dem man die Haarwurzeln durch eine Gleichstrom führende Sonde völlig zerstören kann.
Dr. Michel hatte Patienten, die unter einwachsenden Augenwimpern litten, die ihr
Sehvermögen erheblich beeinträchtigten. Er suchte also nach einer Methode, solch lästige Haare endgültig zu beseitigen und fand sie in der Elektrolyse. Eine stumpfe Sonde wird in den Haarkanal eingeführt, wenn die Follikelöffnung gefunden ist. Anschließend wird ein schwacher Gleitstrom abgegeben, der selber aber nicht der Grund dafür ist, dass das Haar dauerhaft abstirbt. Der Grund für die Wirksamkeit dieser Methode ist die bei der Elektrolyse entstehende Lauge, die auf chemischem Wege die Stammzellen und die Haarwurzeln zerstört.
Viele Haarwurzeln sind bereits nach einer Elektrolyse-Behandlung endgültig zerstört. Bei anderen sind zwei oder drei Behandlungen nötig, bis die Haarwurzeln tot sind und kein Haar mehr nachwachsen kann. Wie viele Sitzungen man braucht, hängt sowohl von der Menge der zu entfernenden Haare ab, deren Struktur und auch dem Grund für deren Vorhandensein, etwa hormonellen Veränderungen nach der Menopause.
Trotz des verwendeten Stromes ist eine dauerhafte Haarentfernung durch Elektrolyse ungefährlich. Der Gleichstrom ist so niedrig dosiert, dass wirklich nichts passieren kann.
Das Entfernen der Haare durch Elektrolyse tut auch nicht weh. Man spürt weit weniger als beim Auszupfen der Haare durch eine Pinzette. Trotzdem gibt es natürlich Unterschiede zwischen den Patienten, was die Empfindlichkeit anbelangt. Sollte die Haar-Elektrolyse in seltenen Einzelfällen als unangenehm empfunden werden, kann man natürlich die Intensität der Behandlung verringern. Das hat aber zur Folge, dass die Sitzungen sich verlängern.
Normalerweise hält man die Dauer einer Erstbehandlung gering, etwa 15 Minuten, da erst einmal ausprobiert werden muss, wie der Patient mit der Elektrolyse zurechtkommt. Reagiert seine Haut normal, kann die Dauer der Folgesitzungen auf ein bis drei Stunden erhöht werden.
Der große Nachteil bei der Elektrolyse ist, dass eine Behandlung sehr lange dauert. Die Sonde muss bis zu mehreren Minuten im Haarfollikel verbleiben, damit die Wirkung einsetzt. Das mag bei einer geringen Anzahl von störenden Haaren noch ganz akzeptabel sein, aber bei großflächiger Behaarung ist diese Methode, allein angewandt, viel zu zeitintensiv, als dass sie für solche Fälle in Betracht gezogen werden könnte. Nicht nur die einzelne Sitzung würde zu viel Zeit beanspruchen, sondern auch der ganze Behandlungszeitraum, der bis zu einem Vierteljahr dauern kann, wenn bei hartnäckigen Haaren zwei- oder dreimal behandelt werden muss, bis die Haarwurzeln endgültig zerstört sind.
Die Elektrolyse ist die älteste Form der Elektro-Epilation und wird heute als alleinige Therapie so fast nicht mehr angewendet.
Montag, 19. Dezember 2011